Um dem Ruf vom Sundgau "Hochburg des Volksgesangs" gerecht zu werden, haben im Jahre 1878 eine Handvoll Männer unter der Leitung von M. Humm den "Gesangsverein Männerchor" ins Leben gerufen, dessen letztes Mitglied, Eugène Schlicht, 1947 verstorben ist.

Diese Gesangsbewegung hat sich 1902 erweitert durch die Gründung des Gesangsvereins "Concordia", präsidiert durch Jules Muller und geleitet durch M. Ackermann Sen.von Basel, später abgelöst durch seinen Sohn Hans, welcher den Verein zu grossartigen Erfolgen führt. Zur gleichen Zeit hat auch der "Männerchor" unter der Leitung von Charles Cron von Buschwiller seine Glanzstunde


 

1902: 1. Preis Kategorie C in Munster (Elsass)
1903: 1. Preis in Village-Neuf (Elsass)
            Kranz mit Eichenblatt in Weil (Deutschland)
1904: Goldmedaille am Wettbewerb in Sierentz (Elsass)
1905: 1. Preis mit Goldmedaille in Strasbourg (Elsass)
1907: 1. Preis mit Goldmedaille in Altkirch (Elsass)
1908: 1. Preis in Stemen (Deutschland)
1909: Diplom in Birsfelden (Schweiz)
1910: 1. Preis in Colmar (Elsass)
1912: 1. Preis in Kandern (Deutschland
           1. Preis und Ehrenpreis in Oberweiler (Deutschland)
1913: 1. Preis in Appenweier (Deutschland)
           1. Preis zur Pflichtpartitur in Belfort (Frankreich)
           1. Preis in Cernay (Elsass)
1914: 1. Preis in Emmendingen (Deutschland)

 

Beide Vereine müssen während den Kriegsjahren von 1914 - 1918 jegliche Aktivität einstellen. Der Zusammenschluss 1919 der überlebenden Sänger beider Chöre in die neue "Concordia" ist der Verdienst von Emile Koerber: 65 aktive Mitglieder unter der Leitung von Hans Ackermann, welcher im Jahre 1926 den Dirigentenstock dem unvergesslichen Arthur Mauz, Vater des Dr. Mautz von Saint-Louis, übergibt. Damit bricht die Glanzzeit an, welche erst 1939 unterbrochen werden sollte

 

1927: 1. Preis in Strasbourg 'Elsass)
1930: 1. Preis in Gebwiller (Elsass)
1931: 1. Preis mit Goldmedaille in Kandern (Deutschland)
1932: 1. Preis mit Lorbeerkranz in Gelterkinden (Schweiz)

 

Die ältere Generation erinnert sich mit Freude an diese beiden letzten Wettbewerbe. Hat doch die 65-köpfige "Concordia" zwei Jahre nacheinander die 120 Stimmen des grossen "Männerchor" von Basel geschlagen! Im diesem Jahr wird ein zweiter Männerchor "l'Espérance", Teil des Chores "Sainte-Cécile", gegründet. Dieser erhält bereits die erste Auszeichnung ein Jahr später in Colmar unter der Leitung von Alex Fanger von Burgfelden.

Im Jahre 1934 stirbt Arthur Mautz und sein Sohn, Dr. Charles Mauz, übernimmt die Führung der Concordia. 1947 nehmen die zwei Vereine am 3. Wettbewerb der Region Soultz teil und beide erhalten einen ersten Preis. Wie schon einmal, unterbricht der Krieg diese erfolgreiche Periode und erst im Jahre 1946 wird die "Arbeit" wieder aufgenommen, zuerst unter dem Namen "Alliance", Vereinigung der beiden Vorkriegs-Chöre unter der Leitung von Fritz Zurbeck von Saint-Louis; 1954 wählt man wieder den alten Namen "Concordia".

Ernest Wiedemann von Saint-Louis hat die Leitung bis 1959 inne, anschliessend bis 1966 Paul Muller, ehemaliger Bürgermeister von Buschwiller. Unter dessen Direktion gewinnt der Chor zwei erste Preise: einer 1963 in Saverne mit dem Aufstieg in die erste Division, der andere 1965 in Saint-Louis. 1966 übernimmt Raymond Koenig das Zepter. Eine neue ruhmvolle Zeit beginnt:

 

1968: 1. Preis aufsteigend in Soultz-sous-Forêts (Elsass)
1969: 1. Preis in Bourg-en-Bresse (Frankreich)
1970: 1. Preis in Selestat (Elsass)
1974: 1. Preis in Saverne (Elsass)
1976: Frensehauftritt in der Sendung "Les musciciens du soir" moderiert von Serge Kaufmann
1977: 1. Preis aufsteigend in die "division supérieure" in Sainte-Marie-aux-Mines (Elsass)
1978: Die Concordia feiert ihr hundertjähriges Jubiläum und bekommt ihre neue Fahne
1980: 1. Preis in Sainte-Marie-aux-Mines (Elsass)

 

1981 trifft ein grosser Schicksalsschlag den Chor. Nach 15-jähriger ununterbrochener Leitung wird Raymond Koenig im Alter von 47 Jahren seinen Gesangsfreunden unerwartet durch Krankheit entrissen. Es folgt darauf eine etwas verwirrte Periode, der Chor hat grosse Mühe, sich wieder zurechtzufinden, mehrere Leiter folgen sich: René Beltz von 1981 - 1982, Catherine Varlet von 1982 - 1983 und Francis Hettich von 1983 - 1990 geben ihm endlich wieder Aufschwung.

Neue Sänger sowie die musikalischen Fähigkeiten des Direktors tragen dazu bei, die Schwierigkeiten zu überwinden und wieder festen Fuss zu fassen. Mehrere Konzerte in den Kirchen der Region, Beteiligungen an Gesangsabenden in Frankreich, Deutschland und der Schweiz sowie eine neue Fernsehsendung "S'OWESTANDL" machen die Truppe weit über die Regionsgrenze hinaus bekannt. Im November 1990 übernimmt Edmond Bacher, ein kompetenter und humaner Dirigent, die Leitung. Unter seiner Direktion kann die "Concordia" bereits nach einigen Monaten der Zukunft wieder unbeschwerlich entgegensehen.

Der 1991 organisierte 1. Europäische Gesangs-Wettbewerbs in Blotzheim wird in die Vereins-Annalen eingehen: 19 Chöre aus Frankreich und aus dem Ausland mit über 800 Sängern machen Blotzheim ein Wochende lang zum Schauplatz des Chorgesanges. Ein gigantisches Unternehmen, welches die "Concordia" jedoch nicht am Voranschreiten hindert.

Eine Teilnahme am Festival des Kantons Neuenburg (Schweiz) mit den Glückwünschen der Jury 1993, ein erster Preis anlässlich des zweiten europäischen Wettbewerbs 1994 in Haguenau erlauben dem Chor den Aufstieg in die "Division Supérieure 1ère Section", 1995 nimmt die "Concordia" sogar am 9. Internationalen Wettbewerb des Chorgesangs in Prag (Tschechische Republik) teil, von wo sie eine Bronzemedaille heimbringt. Gleichzeitig gibt sie weiter Konzerte in der ganzen Region, wobei sie oft in Kirchen auftritt, um deren Renovation zu unterstützen.

 

 

Im Jahre 1998, im Rahmen des 120-jährigen Jubiläums, organisiert die Concordia den Kongress des Verbandes der elsässischen Gesangsvereine. Im selben Jahr erobert sich der Chor einen ersten Preis am dritten europäischen Gesangswettbewerb in Mulhouse.

"Jericho", eine sinfonische Dichtung vom Schweizer Komponisten Pierre Huwyler, wird zum musikalischen Ereignis des Jahres 2002. Ausführende: Union Chorale von Saint-Louis, Chorale Concordia, Kinderchor Les Mirlitons von Michelbach-le-bas, die Sopranistin Solange Brom, der Sprecher Claude Coullaut und das Synfonieorchester La Forlane von Gebwiller; das Ganze unter der Leitung von Marc Parayre. Die beiden Aufführungen, in der Kirche Saint-Léger in Blotzheim und im Theater La Coupole in Saint-Louis, sind ein grosser Erfolg. Das Konzert wird auf einer CD-Aufnahme verewigt.

Im Jahre 2003 wird das 125-jährige Jubiläum mit grossen Prunk gefeiert. Eine Reihe von Veranstaltungen prägt die Festlichkeiten: ein Jaz Abend mit den bekannten "Picadilly Six", ein Kirchenkonzert, ein bunter Sängerabend und als Krönung die Wahl der "Miss Alsace". Die Auserwählte Miss Alsace, Laetitia Bleger, erorbert ein paar Wochen später den begehrten Titel der "Miss France".

Die Concordia, älteste Vereinigung von Blotzheim, zählt heute mehr als 30 aktive Mitglieder. Trotz des steigenden Durschnittsalters bleibt die Concordia sehr dynamisch; Organisationstalent, Lebenskraft, gesellige Simmung geben immer wieder Impulse, Neues zu wagen und das kulturelle Geschehen des Dorfes positiv zu beeinflussen. Die Concordia kann unter der Leitung des Dirigenten Edmond Bacher, ein aussergewöhnlicher Musiker und Kollege, getrost in die Zukunft blicken.

Edmond BACHER hat nach über 25 jähriger Chorleitung den Dirigentenstab im September 2016 an den jungen Chorleiter Guillaume UEBERSCHLAG übergeben. Zur grosse Freude aller Sänger bleit Edmond als aktiven Sänger dem Verein treu. Vielen Dank an diesen grossartigen Musiker und angenehmen Mensch.